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Seifenkistenrennen 2009 auf dem Leipziger Fockeberg

18. Prix de Tacot auf dem Leipziger Fockeberg (10.5.2009)

 

Seifenkistenrennen mit der HTWK Leipzig.jpg

 

Bericht vom Seifenkistenrennen 2009 am Fockeberg oder
Wie unser HTWK - Team den Pokal in der Ingenieurliga D holte!

(Prix de Tacot wird präsentiert vom Kultur- und Kommunikationszentrum naTo e.V.)

Alle Bilder des Tages chronologisch...

Es ist Sonntag gegen 12 Uhr am Fuße des Fockebergs. Ein großes Fest bahnt sich an. Auch die Sonneerscheint pünktlich am Himmel, obwohl 12-22-17.jpges vormittags mehr nach Dauerregen ausgesehen hat.

Im Fahrerlager herrscht nervöse Spannung. Gleich wird die Rampe geöffnet, jedes Team stellt sich hier dem Publikum vor und dann geht es auch schon hinauf auf den Berg. Unser HTWK-Team startet in der Ingenieursliga D. Das heißt, alle Materialien nach dem Startschuss auf den Fockeberg bringen und dann bis sechzehn Uhr eine spektakuläre Seifenkiste zu bauen. Es wird auch das diesjährige Motto verkündet, das da lautet: "Überholen ohne einzuholen!" Aber die Seifenkiste muss nicht nur schön aussehen, sondern auch eine Runde auf der Gipfel-Rennstrecke absolvieren und die lange  Abfahrt bis zur Fockestraße hinunter schaffen.12-28-51.jpg

Schon beim Aufwärtsschieben des Materials kommt unser Team gehörig ins Schwitzen. Es ist allerhand zu bewegen: diverses Baumaterial, Werkzeug und ausreichend Catering-Materialien. Es soll bei der  anstehenden schweren Arbeit ja keiner hungern oder dürsten! Aber die Zeit läuft, also heißt es schieben, schieben, schieben…13-11-56.jpg

Die Sonne begrüßt uns auf dem Gipfel. Wer jetzt in die Nähe unseres Teams kommt, dem wird klar, wie es in einem Ameisenhaufen zugehen muss. Am Anfang regiert noch ein wenig das Chaos, aber bald stellt sich der notwendige Arbeitsfluss ein. Es ist noch nicht alles Material abgeladen, der raucht der Grill auch schon. Material und Werkzeug werden bereit gelegt und es 13-45-36.jpggeht zügig los.

Zwei Euro-Paletten und zwei Badewannen werden das unzerstörbare Mono-Cockpit unserer Hochgeschwindigkeits-Seifenkiste bilden. Die Fahrwerksingenieure beginnen mit dem Bau des hochmodernen Fahrwerks, das über völlig speichenlose Massivholzräder verfügen wird. Vor der Arbeitsrampe haben die Strömungsingenieure die Segel ausgelegt, um sie vorzubereiten und am Mast zu befestigen. Die HTWK Leipzig legt Wert auf einen ökolog13-45-43.jpgischen Antrieb. Mittels Windkraft wird der Vortrieb unterstützt und eine Batterie geladen, welche die bei dem hohen Fahrtempo unerlässlichen elektrischen Anlagen speist, eine Hupe und einen superhellen Fahrscheinwerfer.  Am Mast wird auch der elegante Duschvorhang seinen Halt finden. Die Gerüchteküche sagt, es gäbe bei diesem Seifenkisten-Prototypen e14-15-43.jpgine Überraschung – wir werden sehen.

Unsere Mädels beschriften die T-Shirts, die unser Team bei der rasanten Fahrt tragen wird. Hier wird alles live vor Ort gefertigt. Die Versorgung für die in der Gluthitze des Fockeberg-Gipfels Arbeitenden mit Gegrilltem und ausreichend Flüssigkeit klappt glücklicherweise hervorragend. Wenn man das Gewimmel auf der Arbeitsbühne sieht, kann man selbst kaum still halten. Quasi im „Vorbeigehen“ werden die schwierigsten t14-22-20.jpgechnischen Probleme gelöst.  Bewundernswert ist auch der Einsatz der mühevoll hier herauf geschafften Werkzeuge. So sind die Grundzüge der Seifenkiste bald erkennbar – auch wenn noch viel zu tun bleibt.

Doch wie ein Blick zur Nachbarbox zeigt, ist auch die Konkurrenz hart am Schaffen. Die Freunde vom „Rücktritt“ sägen, bohren und schweißen, dass es eine wahre Freude ist. Geheimnisvoll, was unter ihren flinken Hä14-27-16.jpgnden entsteht. Dann gibt es tolle Szenen, die Teams helfen sich gegenseitig! Die „Rücktrittler“ schweißen die Halterung für unsere Hecklenkung. Nicht die Konkurrenz, sondern der gemeinsame Spaß bestimmt das Geschehen. Wir wollen uns auf diesem Wege nochmals herzlich für die H14-43-33.jpgilfe bedanken!

Der Fockeberg füllt sich zunehmend mit Gästen, wir verteilen die ersten HTWK-Luftballons. Das Team ist mittlerweile eingespielt und viele staunende Gäste beobachten die hektische Betriebsamkeit. Aber es bleibt trotzdem noch Zeit, einem der Juniorteams zu helfen, die technische Probleme an ihrem Flitzer haben. Auch die Rücktritt – Ingenieure helfen gern, sie unterstützen das Tea15-08-50.jpgm vom „Redflash“, die Linken haben ausgerechnet auf dem rechten 15-17-49.jpgHinterrad einen Platten.

Auf der Startrampe gegenüber beginnt inzwischen der Wettbewerb. Die Junioren und die Senioren tragen das Fockeberg-Kuppen-Rennen aus. Es ist richtig was los, manche Wagen verlieren die Räder, es gibt Überschläge am Fuß der Rampe. Dann fährt die Seifenkisten-Ente fast den Fockeberg hinunter, vielleicht liegt das am Motto des Teams: „Bier ohne Ende“? Es gibt jede Menge Action und Spaß, auch wenn unsere Bastler auf der Arbeitsplattform kaum etwas davon mitbekommen.

15-22-36.jpgUnd jetzt ist auch die Wiese völlig mit jungen und alten Menschen und Familien gefüllt. Unsere Werbetafeln finden Beachtung, wir verteilen Flyer, HTWK-Handy-Socken, Kulis und noch mehr. Viele schauen unseren Bastlern zu, fragen und staunen. Und langsam geht es auch in die Endphase des Ingenieurwettbewerbs. Unsere Mädels bemalen die 15-44-26.jpgschon fast fertige Seifenkiste und das Segel. Viel Zeit ist nun nicht mehr. Der Mast mit dem Segel und dem Duschvorhang wird zügig montiert.

16-01-33.jpgUnd nun ist es auch schon so weit, es ist nach sechzehn Uhr. Die „Rücktrittler“, die als Titelverteidiger zuerst starten sollen, haben noch Probleme. So schiebt unser Team den gerade fertig gewordenen Renner mit vereinten Kräften auf die Startrampe.16-14-16.jpg

Bis hier zum Start ist alles gut gegangen. Jetzt kommt die Überraschung – in unserer Nobel-Seifenkiste wird während der Fahrt geduscht! Die Menge ist begeistert, als unsere Besatzung in Badehose und Bikini antritt!16-16-37.jpg

Und schon geht es los – Start! Jetzt muss sich die Konstruktion in der harten Praxis bewähren, schnell ist die Schräge geschafft. Dann, die erste Kurve macht keine Probleme, die Hinterradlenkung funktioniert also auch perfekt. Nun kommt die lange Runde. 16-17-57.jpg

Doch es gibt keine Probleme, unsere Wassersportler können sogar ganz beruhigt  ihr wohlverdientes Bier genießen! Die Endzeit von knapp anderthalb Minuten ist für eine Seifenkiste dieser Gewichtsklasse wohl absolute Spitze.16-18-57.jpg

Nun sind die „Rücktrittler“ - Freunde dran. Sie haben ein fahrendes Ketten-Karussell mit zwei Plätzen gestaltet. Eine gewagte Konstruktion! Sie besetzen die luftigen Karussell-Plätze mit zwei todesmutigen Teammitgliedern.16-21-03.jpg

Der Fahrer nimmt im Inneren der Kiste Platz, so geht es bis zum Fuß der  Startrampe. Doch ob sich die zwei „Schweber“ als zu schwer erweisen oder ob die Statik des Drehmastes zu schwach war, das werden wohl spätere Untersuchungen erweisen müssen. Jedenfalls bricht die Halterung, als auf den Wunsch des Publikums hin das Team sein Fahrzeug nach oben schiebt. Aber tapfer, wie unsere Konkurrenten sind, lassen sie sich nicht beirren. Auch sie drehen ihre Runde, behindert von dem abgebrochenen Aufbau - und auch sie schaffen die Runde.

Und nun muss sich erweisen, welches Team das Publikum16-28-17.jpg mehr beeindrucken konnte. Per Klatsch-O-Meter wird sofort abgestimmt. Zuerst für die „Rücktrittler“ – auch sie haben viele jubelnde und klatschende Fans, das wird schwer für uns. Nun der Beifall für unser HTWK – Team: war es die perfekt funktionierende, beeindruckende Maschine? War es die hübsche Badenixe und ihr Partner, die während des Rennens entspannt geduscht haben? War es das produktive und lustig anzuschauende Gewimmel auf unserer Arbeitsplattform? Genau wissen wir es nicht, aber wir haben wohl die Mehrheit des Publikums auf unserer Seite.17-15-50.jpg

Und so kennt der Jubel unseres Teams keine Grenzen, als der Moderator unseren Sieg verkündet! Wir, das Team der HTWK Leipzig, haben den Pokal gewonnen! Unsere Leute jubeln, liegen sich in den Armen – vier Stunden harter Arbeit haben sich gelohnt. Und a17-26-24.jpguch das Publikum ist zufrieden und jubelt uns zu. Nun ist es amtlich, wir treten nächstes Jahr als Titelverteidiger an. Wir wissen – es wird nicht leicht. Schon hier war es knapp, die „Konkurrenz“ schläft sicher nicht und hat tolle, neue Ideen. Dieser harte Wettstreit der Ideen wird die Ingenieurskunst in Leipzig weiter vorantreiben!

Aber noch sind ja nicht alle Herausforderungen bestanden. Es steht noch die Abfahrt vom Fockeberg auf dem Programm – eine weitere harte Prüfung für unser High-Tech-Bade-Fahrzeug. Hier kommt es auf Haltbarkeit an, hier muss die Konstruktion im Dauerbetrieb ihre Qualität beweisen. Da unsere Seifenkiste18-47-34.jpg als vorletzte startet, dauert es noch eine ganze Weile – Zeit zum Feiern und zur Vorbereitung auf die Abfahrt.

Doch dann geht es los – und zwar so zügig, dass es nur unscharfe Bilder gibt und die sonst so schnellen Fotografen nicht Schritt halten können. Das Publikum ist begeistert, auch weil unser Team die Fahrzeit in bewährter Weise zum Duschen nutzt. Ein in vier Stunden gebautes Seifenkistenfahrzeug mit viel Komfort! Und es hält – als die Fotografen atemlos unten ankommen, steht unser Fahrzeug unbeeindruckt am Ende der Schlange. Jetzt geht es noch über die Tribüne, als19-34-11.jpg vorletztes Team. Nach uns kommen noch die Freunde vom Rücktritt, auch ihr Fahrzeug hat es bis nach unten geschafft. Bis auf das Malheur mit dem Mast des Kettenkarussells hat auch dieses Fahrzeug s19-39-34.jpgeine Qualität bewiesen.

Nun warten die Teams und das Publikum auf die Siegerehrung. Auf die Bühne kommen zuerst die jeweils ersten drei Teams der Junioren und dann die der Senioren, die sich nach hartem Kampf gegen die anderen durchgesetzt haben. Dann sind die zweiten der Ingenieurliga D – die „Rücktrittler“ - an der Reihe und dann endlich – unser Team! Der Jubel ist grenzenlos, als der Pokal übergeben wird!

Ja, es war ein toller Nachmittag. Es hat den Teams bei aller Anstrengung riesigen Spaß gemacht und auch das Publikum ist voll auf seine Kosten gekommen. Wir freuen uns auf das nächste Jahr, wenn es heißt:

Auf zum 19. Prix de Tacot!