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Dipl.-Ing. David Hage

Applikationsingenieur bei Bernecker + Rainer Industrie Elektronik Ges.m.b.H. in Bad Homburg

Gebürtig aus dem Harz kommend (Sachsen-Anhalt) und mit dem Wunsch, ein technisches Studium an einer praxisbezogenen Fachhochschule aufzunehmen, fiel schnell die Entscheidung für den Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der HTWK Leipzig. So absolvierte ich dort das Studium von Oktober 2004 bis Dezember 2008. Aufgrund der damals noch umstrittenen Umsetzung des Bologna-Prozesses entschied ich mich, das auch über deutsche Grenzen hinaus traditionsreiche Diplom anzustreben.

Während des Grundstudiums standen viele Grundlagenfächer wie Mathematik, Physik oder Elektrotechnik auf dem Stundenplan. Sehr angenehm finde ich die Zusammenstellung des Stundenplans seitens der Hochschule, so dass man sich völlig auf die vielen neuen Eindrücke und Lerninhalte konzentrieren kann.

In dieser Zeit entstanden viele Freundschaften, die garantiert auch weit über das Studium hinaus erhalten bleiben werden. Man organisierte sich in Lerngruppen, die eine sehr gute Prüfungsvorbereitung darstellen, da man hier immer wieder in einer kreativen Diskussion den Lernstoff durchgeht und Übungsaufgaben rechnet. Weiterhin gibt es viele Laborversuche an den verschiedenen Instituten, in denen man das theoretisch erworbene Wissen praktisch anwenden kann - ein sehr gelungener Mix aus Theorie und Anwendung.

Mit Abschluss des dritten Fachsemesters galt es wieder eine Entscheidung zu fällen: die Wahl der Vertiefungsrichtung. Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual. Mich interessierten auf der einen Seite Nachrichtentechnik, auf der anderen Seite Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Letztendlich entschied ich mich zusammen mit meinem Bauchgefühl für Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. In dieser Wahl wurde ich schon innerhalb kurzer Zeit nach Beginn des Hauptstudiums bestätigt, da mir die Inhalte der vertiefungsspezifischen Fächer sehr gut gefielen. Mit der großen Auswahl an Wahlpflichtfächern hat man des Weiteren die Möglichkeit, auch andere Schwerpunkte und interessante Fächer zu belegen, die nicht unmittelbar zur Vertiefungsrichtung gehören.

Im sechsten Fachsemester war ein Praktikum von 20 Wochen vorgesehen, um erste Berufserfahrungen zu sammeln und sich auszuprobieren. Ich absolvierte ein halbjähriges Praktikum in einem Unternehmen, welches zu dieser Zeit die Planung und Projektierung der MSR-Technik für einen neuen chemischen Anlagenteil in den Leuna-Werken durchführte. Hier merkte ich sehr schnell, dass dieser sehr trockene Bereich der Planung und Projektierung nichts für mich ist und ich lieber praktisch nah an der Technik arbeiten wollte. Insofern erfüllte das Praktikum seinen Zweck: Ich wusste, was ich nicht wollte.

Im siebenten Semester ging es dann wieder an die Hochschule zurück und mit den letzten Prüfungen am Ende dieses Semesters sollte auch schon die "theoretische Ausbildung" am Fachbereich beendet sein. Aufgrund der Tatsache, dass sich nach meinem Abitur, mit obligatorischem Zwischenhalt bei der Bundeswehr, direkt das Studium anschloss, war dieses Praktikum bis dahin die einzige Erfahrung hinsichtlich des neuen Berufsfeldes. Genau deshalb und wegen meiner Leidenschaft zur Technik entschied ich mich, meine Diplomarbeit mit einem praktischen Thema in einem Industrieunternehmen zu schreiben.

Im Gegensatz zum technikfernen Praktikum hatte ich dort die Aufgabe, eine Steuerung für einen Prüfstand zu entwerfen: Angefangen von der Spezifikation und Anforderungsanalyse der Anlage über das Programmieren der Steuerungssoftware bis hin zur Inbetriebnahme. Ich hatte somit quasi mein eigenes Projekt mit allen Stufen und Abläufen wie sie in meiner jetzigen Arbeit tagtäglich vorkommen. Die Entfernung des Unternehmens (in der Nähe von Frankfurt am Main) von der Hochschule stellte kein Problem dar. Mein betreuender Professor stattete mir sogar einen Besuch ab, um sich einen detaillierten Eindruck meiner dortigen Arbeit zu verschaffen.

Während der Diplomseminare im letzten Semester, bei denen die Studenten den aktuellen Stand ihrer Diplomarbeit präsentieren, stellen sich auch Unternehmen mit diversen Fachvorträgen vor. Hier lernte ich meinen neuen Arbeitgeber B&R kennen, der mich aufgrund der vorgestellten Produkte und Portfolios sofort interessierte. Noch während der Fertigstellung meiner Diplomarbeit begann ich dort im November 2008 in der Applikation.

Um eine aussagekräftige Rückmeldung über die Qualität der Lehre zu bekommen, finden regelmäßig Evaluierungen der Dozenten statt. Damit sollen Missstände aufgedeckt und angesprochen werden, so dass gezielt etwas verbessert werden kann. Als unbedingt verbesserungswürdig erachte ich die Schnittstelle zu bürokratischen und organisatorischen Dingen über das Prüfungsamt. Ich musste leider mehrmals am eigenen Leib erfahren, dass dort sehr akribisch auf Paragraphen und Hochschulgesetze verwiesen wird; auch wenn dem Studenten an vielen Stellen mit einem kurzen Hinweis geholfen wäre. Eine meine Erachtens nach zu vermeidende oder zumindest reduzierbare Belastung, die das Leben eines Studenten am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik erleichtern würde.

Zusammenfassend erlebte ich die Zeit als Student an der HTWK als sehr schön, die nur leider viel zu schnell vorbei war und ich kann daher nur allen Lesern empfehlen, jede Minute optimal zu nutzen und auszukosten!

Dipl.-Ing. David Hage