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Dipl.-Ing. Marcel Förster

Design-Ingenieur bei AREVA NP GmbH Erlangen

Von 2004 bis 2009 studierte ich Elektrotechnik und Informationstechnik an der HTWK Leipzig. Als Vertiefungsrichtung entschied ich mich für die Elektrische Energietechnik, da ich in diesem Bereich ein großes Entwicklungspotenzial sah und es als Student spannend fand, an zukünftigen Problemlösungen im Bereich der elektrischen Antriebstechnik, Energieerzeugung bzw. Energieverteilung mitwirken zu können. Meine Diplomarbeit aus dem Bereich der Stromrichter-Maschinen-Systeme beendete ich im Februar 2009 und schloss im gleichen Monat mein Studium erfolgreich ab.

Seit April 2009 arbeite ich bei der AREVA NP GmbH in Erlangen im Bereich Kraftwerks? und Anlagenbau. Hier bin ich als Design?Ingenieur tätig. Die Frage, was ein Design?Ingenieur eigentlich leistet ist nicht einfach zu beantworten, denn das Aufgabengebiet ist sehr vielseitig. Meine Hauptaufgabe umfasst die Projektierung und Inbetriebnahme von Prozessleittechniksystemen/Automatisierungssystemen zur Steuerung und Regelung (Simatic S7, TELEPERM XP/XS) von verfahrenstechnischen Prozessen ? von der Energieerzeugung bis zur Energieverteilung ? für Kraftwerke(Atomkraftwerk, Windkraftwerk, Biokraftwerk) in Deutschland und auf der ganzen Welt. Das spannende an dieser Arbeit ist, dass für diese Tätigkeiten viele Bereiche der Elektrotechnik mit eine Rolle spielen. Um die komplexe Funktionsweise von Prozessketten eines Kraftwerkes zu verstehen, benötigt man eine Menge an „Handwerkszeug“ aus den vielen Bereichen der Elektrotechnik (z.B.: Messtechnik, Regelungstechnik, analoge und digitale Schaltungstechnik, Prozessautomation….und viele weitere mehr).

Dieses „Handwerkszeug“ haben mir die Professoren und Laboringenieure am Fachbereich Elektrotechnik mit auf den weiteren Lebensweg gegeben. Auch wenn man die Mathematikbelege, Physik? oder Elektrotechnikpraktika als Student für sehr anspruchsvoll gehalten hat, muss man feststellen, dass man ohne dieses vermittelte Theorie? und Praxiswissen auf dem Arbeitsmarkt als Elektrotechnikingenieur nicht bestehen kann. Für die Vermittlung der wichtigen theoretischen und praxisbezogenen Lehrinhalte möchte ich mich bei den Professoren und Laboringenieuren bedanken.

Durch den verstärkten Einsatz von Elektronik (vor allem Mikrorechentechnik, Computertechnik) in der Welt des Ingenieurs, ist es dringend notwendig den Studenten im Bachelor? und Masterstudium bessere Grundlagen im Bereich der modernen Programmierung zu vermitteln. Hier besteht aktuell noch ein großes Defizit. Der Prozess des „Erlernen des Programmierens“ sollte im Bachelorstudium beginnen und am Ende des Masterstudiums beendet sein. Es ist wichtig, auf moderne Programmiertechniken (C#, .NET Framework, Python, Java) einzugehen und nicht nur die allgemeine C-Programmierung zu lehren. Der Einzug von Skriptsprachen wie Python auf dem Arbeitsmarkt wird immer stärker und wichtiger.

Ein weiteres Problem ist das Erlernen von praktischen Englischkenntnissen. Hier ist es sinnvoll das Sprachniveau im Unterricht kontinuierlich an das Niveau auf dem Arbeitsmarkt anzupassen. Das aktuelle Englischmodul ist nicht ausreichend, um den Studenten in irgendeiner Weise auf die Verhältnisse auf dem freien Arbeitsmarkt vorzubereiten ? der Nutzfaktor ist sehr gering. Den Nachteil trägt auch hier der Student, da von Ihm bei einem Bewerbungsgespräch fließend Englisch vorausgesetzt wird. Um diesem Defizit vorzubeugen, hilft es den Hochschulkurs Cambridge Certificate in Advanced English, Level 4 zu absolvieren. Hiermit erreicht der Student ein weltweit anerkanntes Zertifikat auf sehr hohem Sprachniveau: das Cambridge Certificate in Advanced English ist bei vielen nationalen und internationalen Firmen beliebt. Ein Pluspunkt mehr bei der Bewerbung! Die Dauer des Hochschulkurses beträgt 10 Monate!

Eine Erkenntnis sollte man sich als Absolvent immer vor Augen halten:
Es ist nicht so wichtig, ob man Verfahrenstechnik, Maschinenbau oder Elektrotechnik studiert hat…viel wichtiger in der Praxis ist die Tatsache, dass man sich als Ingenieur in jedes komplexe Themengebiet einarbeiten kann und somit nur dazu lernen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Marcel Förster