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Neuer Analyseansatz für die koevolutionäre Spieltheorie

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Best Paper Award für HTWK-Professor Hendrik Richter auf internationalem Kongress für Künstliche Intelligenz

Prof. Hendrik Richter erhält von Konferenzleiter Prof. Yew-Soon Ong die Urkunde für seinen Konferenzbeitrag.
Prof. Hendrik Richter (links) erhält von Konferenzleiter Prof. Yew-Soon Ong die Urkunde für seinen Konferenzbeitrag.

Prof. Hendrik Richter von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) wurde auf dem diesjährigen IEEE World Congress on Computional Intelligence vom 25. bis 30. Juli 2016 in Vancouver, Kanada, mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Geehrt wurde der 47-jährige Professor für Regelungstechnik für einen Artikel über die Berechnung von Erfolgschancen in der koevolutionären Spieltheorie anhand eines dynamischen Analysemodells.

Zentrale Fragestellung der Spieltheorie ist es, die Erfolgsaussichten einer bestimmten Strategie zu berechnen. In der koevolutionären Spieltheorie wird dabei von mehreren Spielern ausgegangen, die im Verlauf des Spiels ihre Strategie ändern können. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das sogenannte Gefangenendilemma: Man stelle sich zwei Straftäter vor, die eines gemeinsamen Verbrechens beschuldigt werden. Das Dilemma: Je nachdem, ob beide gestehen, einer von beiden aussagt oder beide leugnen, ändert sich das Strafmaß – allerdings können sich die Gefangenen nicht absprechen. Mit der Spieltheorie lassen sich die Erfolgschancen der möglichen Strategien mathematisch beschreiben. In seinem Artikel „Analyzing coevolutionary games with dynamic fitness landscapes“ weist Hendrik Richter nach, dass ein Analysemodell aus der Evolutionsbiologie (Dynamic Fitness Landscapes) für die Berechnung solcher komplexen Zusammenhänge geeignet ist.

Hendrik Richter wurde 1969 in Halle/Saale geboren. Er studierte bis 1995 Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Leipzig, der Vorgängereinrichtung der HTWK Leipzig, und promovierte 1999 kooperativ an der HTWK Leipzig und der Technischen Universität Dresden zur Steuerung und Beobachtung chaotischer Systeme. Anschließend forschte er am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. 2003 wurde er an die Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der HTWK Leipzig auf die Professur für Regelungstechnik berufen. Richters Hauptforschungsgebiet ist das evolutionäre Rechnen mit dynamischen Modellen.

Komplette Literaturangabe des prämierten Artikels:
Hendrik Richter: Analyzing coevolutionary games with dynamic fitness landscapes. In: Proc. IEEE Congress on Evolutionary Computation, IEEE CEC 2016, (Hrsg.: YS Ong), IEEE Press, Piscataway, NJ, 2016, S. 609–616.

Eine Langversion des prämierten Artikels erschien 2017 in der Fachzeitschrift „Biosystems“.



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